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Bezirksverbandstag der IG-BAU Rhein-Main 26.02.2005


Vortrag

Lieber Christoph Burmester,

Du hast hier einige Punkte angesprochen, was Mitte 2004 auch in den Fachgruppenvorstand Baugewerbe Rhein-Main besprochen wurde. Daraufhin hat mein Fachgruppenvorstand am 22. Juni 2004 bezüglich der Tarifrunde im Bauhauptgewerbe, den Kollegen Wiesehügel und Laux eine Resolution zugeschickt.

Nachdem keine Rückmeldung kam, hieß es, sie würde dem Bundesvorstand nicht vorliegen. Daraufhin habe ich im Auftrag der Kollegen die Resolution per e-mail verschickt. Am 20. Oktober 2004 bestätigte Kollegin Irmgard Meyer: Lieber Kollege Stefano, ich habe deine E-Mail an Kollegen Wiesehügel und Kollegen Laux weitergeleitet. Mit freundlichen Grüßen, Irmgard Meyer.“ Aber trotzdem, bis heute hat die Fachgruppe keine Antwort erhalten.

Ich habe die Resolution heute Morgen herumgehen lassen. Und gehe davon aus, dass es bereits jeder gelesen hat. Ich möchte jedoch aus der Resolution lediglich den letzten Satz vorlesen:

Die unverschämten Forderungen der Bauarbeitgeber, die sie bei der Verhandlung am 28. Juni .2004 aufgestellt haben, machen deutlich, dass mit Zurückhaltung und hoffen auf Konsens bei den Arbeitgebern nichts erreicht werden kann.

Insofern muss ich mich schon Fragen, ob hier nicht einigen Funktionsträgern in den Vorstandszimmer gegenüber den Belangen der Basis bereits ein dickes Fell gewachsen ist. Insbesondere finde ich es nicht korrekt, wenn dieselben IG BAU-Funktionäre zur geringe Aktivitäten der Basis beklagen.

Wieso wird auf einfache Anfragen oder Kritiken nicht mal geantwortet? Wurde denn die Umarmung durch die SPD so stark, dass der Bundesvorstand unfähig war, auf unser Schreiben zu antworten?

Die IG BAU sollte nicht einen Stil praktizieren, Kritiken oder unterschiedliche Meinung als störend abzutun. Ich denke, eine offene Auseinandersetzung kann die IG BAU nur stärken.

Wir sollten nicht vergessen, wie es dem am Ende des bürokratisch-verknöcherten System der DDR ergangen ist. Die IG BAU muss sich eine offene Streitkultur erkämpfen. Denn im Streit erfährt man wenigstens etwas von einender.

Wenn Hartz IV die Frauen in die Abhängigkeit vom Partner und in die Altersarmut treibt, wie dies folgerichtig Kollegin Irmgard Meyer und Kollege Wiesehügel auf der 6. Bundesfrauenkonferenz der IG-BAU in Steinbach zum Ausdruck brachten, dann stellt sich natürlich die Frage, warum eigentlich die IG-BAU nicht offiziell zu den Montagsdemonstrationen gegen Hartz IV und die ganze Agenda 2010 aufruft.

Zum Schluss möchte ich daher die Worte von Bischof Franz Kamphaus vortragen, dass er uns anlässlich eine ökumenischen BR-Informationns-veranstaltung in November 96, im Frankfurter Dompfarrsaal, um die Ohren schlug:

„SOLIDARITäT ist keine romantische Idee,
sondern eher ein KAMPFBEGRIFF…
Die Arbeiterbewegung hat die Erfahrung auf den Punkt gebracht, dass nur durch Zusammenstehen berechtigte soziale Forderungen durchzusetzen sind.“

Dass sollten manche IG-BAU-Funktionäre vor Augen haben, anstatt sich an Kostensenkungskonzepte der Kapitaleigner zu beteiligen.

Spätestens bei der Philip Holzmann muss man gemerkt haben, dass Verzicht bislang keinen einzigen Arbeitsplatz gerettet oder Geschaffen hat.

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat bereits verloren!

Applaus