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Ursachen von Lungen- und Bronchialerkrankungen
Lungen- und Bronchialerkrankungen können durch Allergene, Bakterien, Arbeitsplatzbelastung, allgemeine Luftverschmutzung und Innenraumluftverschmutzung (Rauchen) ausgelöst werden. Aus epidemiologischen Studien in Industriestaaten ist bekannt, daß im Vergleich der auslösenden Faktoren der allgemeinen Luftverschmutzung "wahrscheinlich die geringste Bedeutung" zukommt, meint Prof. Wolfgang Schneider von der Bundesanstalt für Arbeitsmedizin in Berlin. Eine Untersuchung in den 70er Jahren in der ehemaligen DDR mit ihrer extrem schlechten Atemluft habe erbracht, daß bei der Lungengesundheit die Unterscheide zwischen Rauchern und Nichtrauchern größer ist als der zwischen Land- und Stadtbewohnern. ("Highlights", ärztekongreß Berlin 1992, Ausgabe 13.06.1992)
Auch für die Bundesrepublik wurde ermittelt, daß Rauchen noch vor der beruflichen Staubexposition bestimmend für die Häufigkeit von Lungenkrankheiten ist, sagte Schneider auf dem Kongreß für ärztliche Fortbildung im Juni 1992 in Berlin. Liegen beide Faktoren vor, verstärken sie sich gegenseitig. "Würden wir zukünftig auf das Zigarettenrauchen wieder verzichten und die Grenzwerte für Gefahrenstoffe am Arbeitsplatz überall sicher einhalten, könnte die Prävalenz obstruktiver Lungenkrankheiten ohne weiteres von derzeit acht Prozent auf unter zwei Prozent gesenkt werden." Prävalenz bedeutet: Auftreten von Lungenkrankheiten in der 45- bis 60jährigen männlichen Bevölkerung der Bundesrepublik. ("Highlights", ärztekongreß Berlin 1992, Ausgabe 13.06.1992)
Durch Tabakkonsum verlieren in Europa jährlich rund eine Millionen Menschen vorzeitig ihr Leben. Laut epidemiologischen Erhebungen verlieren die Menschen dadurch 15-20 Jahre ihres Lebens. Darauf wies Prof. Harald zur Hausen hin, Vorsitzender des Stiftungsverbandes Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg. Er beklagte die Kluft zwischen öffentlicher Aufklärung über die schädlichen Folgen des Tabakkonsums und der geringen Resonanz darauf.
Die Molekularbiologie und die Gentechnik werden hingegen äußerst skeptisch gesehen, obwohl sie in den zehn Jahren ihres Bestehens keine Opfer zu beklagen hätten. Es sei zu wenig bekannt, daß etwa 80 gentechnisch hergestellte Medikamente erfolgreich in der Medizin eingesetzt werden. (in: "Springer Magazin", Berlin-Heidelberg-New York, April 1992)