|
Mitmachen – Mitdenken – Mitgestalten
– Mitverändern ... |
Resolution
Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt
Bezirksverband Rhein-Main
Fachgruppenvorstand Baugewerbe
An die Kollegen
Klaus Wiesehügel und
Ernst-Ludwig Laux
IG-BAU Bundesvorstand
Olaf-Palme Str. 19
60433 Frankfurt
Tarifrunde Bauhauptgewerbe Lieber Kollege Wiesehügel, lieber Kollege Laux
die Vertrauensleute-Versammlung vom 12.05.2004 und die Versammlung der Fachgruppenvorstände und Aktiven des IG BAU Bezirksverband Rhein-Main vom 02.06. und 30.06.2004 haben unsere Vorgehensweise in der diesjährigen Tarifrunde und eure Vorschläge dazu beraten. Wir sind zu folgendem Ergebnis gekommen:
Nach Berechnungen der Soka-Bau fallen 208 095 Bauarbeiter künftig aus dem Arbeitslosengeldbezug heraus, die im Winter wegen Schlechtwetter oder Auftragsmangel entlassen werden. Das ist eine Riesensauerei und Folge der Politik der Schröder-Fischer Regierung gegen die Masse der Bevölkerung.
Wir sind nicht bereit dies in den Tarifverträgen auszubaden. Die Proteste, besonders am 01.11.2003 in Berlin und am 03.04.2004 in Berlin, Köln und Stuttgart mit 600.000 Teilnehmern zeigen, dass die ganze volksfeindliche Agenda 2010 weg muss. Wir IG BAU Kollegen haben uns daran beteiligt und wir müssen den Widerstand steigern. Gerade noch 14 von 100 Wahlberechtigten haben bei der Europawahl der Bundesregierung ihre Stimme gegeben. BDI-Präsident Rogowski hat klar gemacht, wessen Interessen durchgesetzt werden sollen, als er den Kanzler zum „weiterschwimmen“ aufforderte.
Wir sind der Meinung, dass eine Lohn- und Gehaltserhöhung erforderlich ist. Wir haben auf unserer Versammlung im Januar beschlossen eine Forderung von 3;9%-aufzustellen und für den den Erhalt der Arbeitsplätze einzutreten. Aber mit Lohnverzicht wurde noch kein Arbeitsplatz gerettet. Ohne Lohn- und Gehaltserhöhung haben wir Reallohnabbau.
Eine „Beschäftigungsprämie“ an die Unternehmer die im Winter nicht entlassen, würde aus unserem Reallohnabbau finanziert werden. Wir sind der Meinung, dass einige hundert €: die Entlassungen nicht verhindern und wir deshalb doppelt verlieren würden.
Die Ausweitung der flexiblen Arbeitszeiten zu einer Jahres- und Lebensalter flexi (mit 45 Stundenwoche ohne überstundenzuschläge) würde uns in zweierlei Hinsicht schaden:
1. würde durch die Ausweitung der Arbeitszeit der Arbeitsplatzabbau unter den ,jetzt noch Beschäftigten vorangetrieben, weil für die Arbeit dann weniger Kollegen gebrauch würden undWir können uns doch nicht immer mit dem kleineren übel abfinden, das treibt uns nur noch tiefer in eine Abwärtsspirale. Die Bauunternehmer wollen mit der Ausweitung der Arbeitszeit auf 42 Stunden ohne Lohnausgleich und der Verringerung des Urlaubs um 2 - 3 Tage, .Lohnsenkung und weitere Arbeitsplatzvernichtung erreichen. Mit Verzicht kann man keine Verschlechterung zurückweisen. Vielmehr müssen wir die Diskussion um Arbeitszeitverkürzung mit vollen Lohnausgleich in der IG BAU neu beleben. Damit konnten viele tausend Arbeitsplätze in der Vergangenheit erhalten werden.
Wir brauchen Lohnerhöhungen für West und Ost und gleicher Lohn für gleiche Arbeit in einem einheitlichen Tarifvertrag. Diese Rechnung aus unserem Bauarbeiterstreik von 2002 ist noch offen. Das haben wir auch den osteuropäischen Kollegen gesagt, die ohne einen Cent Streikgeld die Arbeit niederlegten und gemeinsam mit uns gekämpft haben. Nur im Kampf gemeinsam und über Ländergrenzen hinweg, können wir gegen die Abwärtsspirale vorgehen, sonst werden wir gegeneinander ausgespielt.
Die unverschämten Forderungen der Bauarbeitgeber, die sie bei der Verhandlung am 28.06.2004 aufgestellt haben, machen deutlich, dass mit Zurückhaltung und hoffen auf Konsens bei den Arbeitgebern nichts erreicht werden kann.
Stellvertretend für den Fachgruppenvorstand
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Wege