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GESUNDHEITSBERICHT Passivrauchen ist gefährlich
Wenn die Eltern rauchen, leiden die Kinder: Das so genannte Passivrauchen ist mit enormen Gesundheitsrisiken verbunden, belegen Untersuchungen des Stadtgesundheitsamtes. Die Zeit für einen "Luftreinhalteplan für Wohnungen mit Kindern" sei "überreif".
Während die Schadstoffe in der Frankfurter Luft in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten deutlich abgenommen haben, atmeten Kinder, deren Eltern in der Wohnung rauchen, täglich eine Vielzahl von Giften ein - darunter viele Krebs erregende Substanzen wie Benzol und Stoffe, die die Schleimhäute und Atemwege reizen wie Formaldehyd, schreibt das Amt in seinem Gesundheitsbericht 2001. Untersuchungen, die wegen möglicher Schadstoffbelastungen in den ehemaligen US-Housing-Siedlungen vorgenommen wurden, hätten gezeigt, dass es bei Kindern unter sechs Jahren einen deutlichen Zusammenhang zwischen Zigarettenqualm und Beschwerden wie tränenden Augen, Nasenbluten, pfeifenden Atemgeräuschen, übelkeit und Konzentrationsstörungen gibt.
"Passivrauchen ist der Umweltschadstoff Nummer eins für Kinder", heißt es in
dem Bericht. Kleinkinder hätten zum Beispiel ein um 70 Prozent höheres Risiko, an Asthma zu erkranken, wenn die Mutter regelmäßig zur Zigarette greift, als Kinder aus einem Nichtraucher-Haushalt. Leider gebe es gerade unter jungen Frauen immer mehr Raucherinnen. Nikotinabhängige Väter seien für die Kinder weniger belastend, weil sie mit ihnen in der Wohnung
weniger Zeit verbrächten. Das Stadtgesundheitsamt geht davon aus, dass die Zunahme von Asthma und Atemwegserkrankungen bei Kindern in den vergangenen Jahren "auch durch die Zunahme des Risikofaktors Passivrauchen (mit)bedingt ist".
Auch das Risiko für den plötzlichen Kindstod werde durch Passivrauchen verdoppelt bis verdreifacht. Alle ärzte seien aufgefordert, rauchende Eltern immer wieder anzusprechen, "das Problem zu thematisieren und Motivationshilfen für einen Ausstieg aus dem Rauchen zu geben". Ft
Quelle: Frankfurter Rundschau, 20.02.2003