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Ozon

Die Zeit der Ozonwarnungen in den Medien ist wieder gekommen. Von sportlicher Betätigung wird abgeraten und das bei schönem Wetter das geradezu zu Bewegung an frischer Luft animiert. Überbesorgte Mütter sperren ihre Kinder zu Hause ein. Solche überschiessenden Vorsichtsmaßnahmen können psychomotorische Entwicklungs-störungen zur Folge haben mit gleichzeitiger Verminderung der Lebensqualität. Wer möchte sich gern vom Spiel draußen im Freien, vom Schwimmen im Freibad, am See oder am Meer bei schönem Wetter abhalten lassen, ohne dass bisher der wissenschaftliche Nachweis eines gesundheitlichen Daürschadens bei den hiesigen Ozonkonzentrationen erfolgte; im Gegensatz zu den Auswirkungen des Rauchens.

Wenn sich Menschen an heissen Sommertagen nicht wohl fühlen, so liegt dies meist nicht an den Ozonkonzentrationen, sondern an der ungewohnten Hitze. Wer die Hitze immer meidet, lässt den Körper auch keine Chance zur Anpassung. Hitze wird dann auch nie vertragen. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass ein kranker Organismus oft nicht mehr in der Lage ist, sich ausreichend bei Hitzeexposition anzupassen, wozu auch eine ausreichende Trinkmenge gehört. Sport in der Mittagshitze wird ein vernünftiger Breitensportler ohnehin vermeiden. Im Leistungssport kann ein solches Training einmal sinnvoll sein, wenn Wettkämpfe unter Hitzebedingungen zu erwarten sind so, Dr. med. Dieter Kleinmann. Qülle: Spiridon 7/98.

Viel belastender als die hohen Ozonwerte empfinde ich auf jeden Fall, Tabakrauch in Innenräume. Das Risiko durch das Zwangsmitrauchen einen Herzinfarkt oder sogar ein Lungenkarzinom zu bekommen ist mittlerweile epidemiologisch belegt worden. Schließlich möchten wir "alle" das Restaurant und die Gaststätte verlassen können, ohne tränende Augen, ohne dass der Hals kratzt, ohne Übelkeit und ohne stinkige Kleidung. Ohne Ozon zu verharmlosen, wären da nicht Warnungen in den Medien vor dem Zwangsmitrauchen gerechtfertigter als panikmachende Ozonwarnungen?
Es darf also ruhig die Frage gestellt werden "Wer schützt uns vor dem Zwangsmitrauchen?"

"An der schlechten Luft sind die Autos schuld"

Nach unten    Bodenozon (Göttinger Tageblatt, 23. Oktober 1995). Seit einiger Zeit ist der Sommer-Smog in aller Munde. Ein beteiligtes Reizgas, das Ozon, ist zum Reizthema für Allergiker und Asthmatiker geworden. Es wird für viele Krankheiten, besonders der Atemwege, verantwortlich gemacht. Dabei ist Ozon ein janusgesichtiger Stoff, in grossen Höhen schützt es uns vor den UV-Strahlen der Sonne. Für seine Arbeiten über das "Ozonloch" in der Stratosphäre wurde gerade erst der Chemiker Paul Krutzen, zusammen mit zwei amerikani-schen Kollegen, mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. "Ozon ist zunächst ein Mass für den Saürstoffreichtum der Luft", so Hüttermann in seinem Vortrag. "Ausserdem zeigt es, da seine Bildung durch Luftschadstoffe wie etwa Stickoxide begünstigt wird, an, wie stark verschmutzt die Luft ist." Dem Ozon komme also eine Indikatorrollle zu, auch sein nächtlicher Abbau in den Ballungsgebieten werde durch diese Stoffe bewirkt. Den an Atemwegserkrankungen Leidenden interessiert die Frage, wie schädlich Ozon denn nun wirklich ist. Dazu Hüttermann: "Wir wissen, dass es schon in geringen Konzentrationen als Zellgift wirkt. Fresszellen in der Lunge, sogenannte Makrophagen, benutzen es, um Bakterien zu töten, und von aussen zugeführtes Ozon kann möglicherweise das sehr empfindliche Stoffgleichgewicht stören." Dennoch sei es zur Zeit nicht möglich, me-dizinisch gesicherte Grenzwerte aufzustellen. Die Wirkungsweisen der verschie-denen Schadstoffe sei zu kompliziert. Dem Ozon komme eine besondere Be-deutung dadurch zu, dass es nicht wasserlöslich sei: "So gelangt es wie auch sehr feine Stäube, bis zu den Lungenbläschen; nur etwa neun Prozent des eingeatmeten Ozons werden wieder ausgeatmet." Diese Schwebstäube, die selbst gar nicht gesundheitsschädlich sein müssten, würden dadurch gefährlich, dass sie als "Transporteure" für andere giftige Stoffe dienen könnten. Die gesundheitsschädigende Wirkung des Ozons hält Hüttermann aber auch aus einem anderen Grund für nicht gravierend: "Die Belastung durch Tabakqualm im Innenraumbereich ist viel schlimmer":

Reizend

Nach unten   Ozon ist zu einer Geissel des Sommers geworden. Viele Menschen wagen sich nicht mehr ins Freie, wenn bestimmte Konzentrationen überschritten werden, andere schränken zumindest ihre Aktivitäten ein. Allzu leicht wird aber übersehen, dass die vermeintlichen Grenzwerte in Wirklichkeit nur Orientierungswerte sind. Auch wenn sie deutlich überschritten werden, muss das noch längst keine Gefahr für die Gesundheit bedeuten, insbesondere nicht für Erwachsene. Zu den biochemischen Wirkungen des Ozons sind aber längst psychische getreten. Diese machen vielen Menschen unnötigerweise schwer zu schaffen. Dass zum Beispiel Augenreiz-ungen, erschwerte Atmung und Schlaffheit allein schon durch Hitze und trockene Luft hervorgerufen werden können, gerät leicht in Vergessenheit. Legte man hiesige Empfindlichkeiten als Massstab für die Verhältnisse etwa in Los Angeles an, müsste dort praktisch die ganze Bevölkerung krankenhausreif sein. Schliesslich werden die in Europa üblichen Ozonmengen unter der Sonne Kaliforniens um ein Mehrfaches überschritten. Das ist freilich kein Grund zur Beruhigung. Auch in unseren Städten wird die Luft vor allem durch Autos in unerträglichem Masse verpestet. Folge ist ein übler Cocktail von Schadstoffen, die zum Teil giftig, zum Teil sogar krebserregend sind. Das Reizgas Ozon nimmt sich dabei vergleichsweise harmlos aus. Als Reizwort erinnert es gleichwohl gerade bei schönstem Sommerwetter an die Vergiftung der Umwelt. Hoffentlich hält diese Wirkung länger an als die Reizung der Atemwege. R.W., FAZ, 04.08.1993

Jeden Sommer dasselbe Theater: Ein unsichtbares Gas füllt die Schlagzeilen - einmal, weil es zuviel davon gibt und zum andern, weil es immer weniger wird. Doch wer, außer ein paar Wissenschaftlern und den "Ökoprofis", kennt schon den Unterschied zwischen Ozonloch oben und Ozonsmog hier unten? Fast täglich erreichen uns neü Horrorszenarien und noch nie gab es so viele Öko-Katastrophen gleichzeitig, denen man scheinbar machtlos ausgeliefert ist.

Was ist Ozon?

Nach unten    Ozon ist nichts anderes als Saürstoff - allerdings in einer besonderen chemischen Form. Die ist in der Ozonschicht und am Boden dieselbe. Das unsichtbare Gas Ozon hat einen stechenden Geruch, der am ehesten von lange arbeitenden Kopiermaschinen bekannt ist. Wie gefährlich einfacher Saürstoff werden kann, den wir zum Leben brauchen, merken wir, wenn es brennt:

Verbrennung ist nichts anderes als eine Reaktion mit Saürstoff. In der Atmosphäre sind Saürstoffatome normalerweise mit sich selbst verbunden, bilden so das Molekül 02 und sind damit gezähmt. Einzeln werden sie dagegen sehr aggressiv und greifen auch ansonsten unempfindliche Oberflächen an. Ozon ist nun ein dreiatomiges Saürstoffmolekül 03, das leicht zerfällt - und zwar in ein Saürstoffmolekül 02 und ein Saürstoffatom 0. Wenn ein Teil des Saürstoffs als Ozon in unsere Lunge kommt, das dort zerfällt und das aggressive Atom freisetzt, werden Lungenzellen angegriffen. Bei empfindlichen Menschen treten dann schnell Reizungen und Entzündungen auf. Ozon ist aber auch giftig für Tiere und Pflanzen.

Ozon hat noch eine andere Eigenschaft, die sowohl für unsere Atemluft in der unteren Atmosphäre, als auch weit oben in der Stratosphäre gilt: Es schluckt besonders gut eine bestimmte Art von Sonnenstrahlen. Und zwar das unsichtbare Ultraviolett (UV), das den Sonnenbrand verursacht. Qülle: BUND


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