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Mitrauchen? Nein Danke! – Kein Rauch soll uns mehr trennen!

 

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Gift aus Mutterleib



Rauchfreier Raum Von Sigrun Heibach, Frankfurter Rundschau, 31.07.1999

Dass Rauchen während der Schwangerschaft das Ungeborene schädigt, sollte heute eigentlich jede werdende Mutter wissen. Dennoch hat die Sucht nach dem blauen Dunst viele Frauen derart fest im Griff, dass sie auch in dieser Situation nicht in der Lage sind, ihren Zigarettenkonsum aufzugeben. Aus einer aktuellen Dokumentation der Mutterschaftsvorsorgeergebnisse bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Köln geht hervor: 12,2 Prozent der werdenden Mütter können während der Schwangerschaft nicht auf Zigaretten verzichten Bekannt ist, dass Babys, die schon vor der Geburt mitrauchen mussten, sind später in ihrer intellektuellen Entwicklung verzögert. Sie liegen noch im Alter von 16 Jahren beim Rechnen, Lesen und Sprechen hinter ihren Artgenossen zurück.
Auch aggressives Verhalten wird bei Kindern von Raucherinnen häufiger beobachtret, wobei Kinder um so aggressiver werden, je mehr die Mütter in der Schwangerschaft geraucht haben.

Für die Entwicklung von Allergien, Neurodermitis und Asthma ist das Rauchen während der Schwangerschaft ein ernst zu nehmender Risikofaktor. Der Berufsverband der Frauenärzte betont: Je früher eine Schwangere das Rauchen aufgibt, desto größer sind die Chancen, dass ihr Baby normalgewichtig und ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen zur Welt kommt.

Verbandspräsident Dr. Armin Malter:
"Der Verzicht auf die Zigarette lohnt sich immer, sogar noch kurz vor der Geburt. Die häufig erhobene Behauptung, das plötzliche Beenden des Rauchens in der Schwangerschaft belaste das Ungeborene, konnte noch nie wissenschaftlich bestätigt werden. Und auch die unangenehmen Entzugserscheinungen, die in den ersten Tagen nach dem Verzicht auf Zigaretten bei der Mutter auftreten können, sind nicht zu vergleichen mit der seelischen Belastung duch das Wissen, das Baby durch das Rauchen möglicherweise dauerhaft geschädigt zu haben." Die Frauenärzte unterstreichen: Jede nicht gerauchte Zigarette ist ein Gewinn für das ungeborene Kind. Das gilt übrigens auch für die Umgebung der Schwangeren. Werdende Mütter sollten deshalb nicht nur zu Hause, sondern auch an ihrem Arbeitsplatz und in der Freizeit auf rauchfreie Luft bestehen.

Denn: Nikotin verengt die Gefäße, verringert die Durchblutung der Plazenta (Mutterkuchen) und lässt den Blutdruck auch beim Baby ansteigen. Das beim Rauchen entstehende hochgifitge Kohlenmonoxid verbindet sich mit dem Blutfarb- stoff der roten Blutkörperchen und verdrängt daraus den Sauerstoff. Das Kind leidet unter einem chronischen Sauerstoffmangel und ringt - bildlich gesprochen - regelrecht nach Luft.

Die etwa 3800 Abbauprodukte der Zigarette werden aus dem Blut der Mutter ungefiltert ans Baby weitergegeben. Darunter befinden sich Cadmium und andere Schwermetalle, die sich nach der Geburt im Urin des Neugeborenen nachweisen lassen.

Die Folgen dieser schleichenden Vergiftung im Mutterleib sind mittlerweile vielfach wissenschaftlich dokumentiert worden. Als Folge der schlechten Durchblutung der Plazenta erhält das Ungeborene weniger Nährstoffe. Es wächst deshalb langsamer und wird besonders oft zu klein und untergewichtig geboren. Neben diesen unmittelbaren Folgen des mütterlichen Rauchens gibt es Belastungen, die erst später zutage treten. Zum Beispiel:

Wenn die Mutter während der Schwangerschaft geraucht hat, liegt das Risiko für ihr Kind, später verhaltensauffällig und hyperaktiv zu werden, bei 22 Prozent, während dei Kinder von Nichtraucherinnen nur zu acht Prozent von einem solchen Schicksal betroffen sind. Frankfurter Rundschau, 31.07.1999