| Mitfühlen – Mitreden – Mithandeln |
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Mitrauchen? Nein Danke! - Kein Rauch soll uns mehr trennen!
Frankfurt 2000
Rowdys schlugen U-Bahnfahrer dienstunfähig Zunächst gab es Ärger, dann mußte der Fahrer einer U-Bahn der Linie 7 mit zahlreichen Blessuren ins Krankenhaus. Der Hintergrund: Drei jugendliche Fahrgäste hatten am Montag gegen 18.20 Uhr in aller Seelenruhe direkt hinter dem 27 Jahre alten Fahrer ihre Zigaretten angesteckt. Der Mann machte die drei pflichtgemäß darauf aufmerksam, daß Rauchen in der Bahn aus Sicherheitsgründen verboten ist. Dies scherte die Jungen nun überhaupt nicht. An der Haltestelle Zoo wurden sie gar plötzlich brutal, spuckten dem Fahrer ins Gesicht und ließen ihre Fäuste auf den Mann niederprasseln. Anschließend machten sich die brutalen Rowdys aus dem Staub. Der Verletzte schaffte es indes gerade noch, bis zur Hauptwache weiterzufahren. Dort mußte er sich dann von einem Arztbehandeln lassen, der ihn schließlich in die Uniklinik einwies. Wegen dieses Vorfalls kam es auf der Linie der U 6 und U 7 zu einer 15mi-nütigen Verspätung. Im Krankenhaus stellte sich dann heraus, daß der U-Bahnfahrer derart schwere Gesichtsverletzungen erlitten hatte, daß er bis auf weiteres dienstunfähig geschrieben werden mußte. Die Polizei will dem Mann ihre Lichtbilderkarteivorlegen, damit die brutalen Rowdys gefaßt werden können, itt
ich möchte hier einige Beispiele vor Augen führen an denen sich latente und manifeste Gewalt bündelt und
erfahrbar wird, daß wiederum zur "Verunglimpfung" mutiger Bürger führen können: Zum Beispiel am Offenbacher S-Bahnhof Marktplatz, in dem ein unkontrolliertes Rauchverbot existiert, maßregelt der stimmgewaltige, rauchenden Besitzer eines Handys nacheinander die ferne Ehefrau und einen unfähigen Untergebenen und beweist den zwangsweise zugeschalteten Mitreisenden im Umkreis von zwanzig Metern, wer in seiner Familie, seiner Firma und "seiner" S-Bahn das sagen hat. Ich habe die Mitreisenden in der Auseinandersetzung einbezogen: Hallo Leute, findet ihr das richtig, wie sich dieser Möchtegern Boß hier aufführt? Hi Sie! Sie befinden sich hier nicht auf einer einsamen Insel. Daß Rauchverbot gilt auch für Sie und nicht nur für Ihre Untergebenen. "Kümmere dich um Deinen eigenen Scheiß! Lerne erst mal richtig Deutsch!". Fuhr mich drohend der "feine" Herr an. Ein sichtlich alkoholisierter und schwitzender Mann mit der Zigarette im Mundwinkel durchquert den Waggon und reißt ohne Rücksprache mit den anderen Fahrgästen über deren Köpfe hinweg alle Ober-lichter auf, um sich Luft zu verschaffen. Mit diesem Mann, aus dem Balkan habe ich ähnliche verbale Auseinandersetzung geführt, dieser war einsichtiger, machte die Zigarette aus und entschuldigte sich. Zwei 18 bis 19 jährigen Jungs stecken sich Zigaretten an und belegen mit überdimensionierten Plateau-schuhen vier Sitzplätze und bedrohen einen gehbehinderten Rentner, auf dessen Bitte, die Zigaretten auszumachen, und seine entsprechendem Vorhaltungen in gebrochenem Deutsch "Willste ein paar aufs Maul haben, Du ausländerfeindliches Nazi-Schwein?!" Dieser Streit wurde etwas heftiger. Sie beschimpften auch mich mit Nazi-Schwein. "Typisch Ausländer! Meinten einige Mitreisenden. Wird ihnen Vorhaltungen gemacht, dann ist man gleich ein Nazi". Als die Polizei per Handy verständigt wurde, ergriffen beide die Flucht und stiegen an der Frankfurter Galluswarte aus. Wer also Tabakrauch sät, wird Gift ernten. Dem kann wohl erst entgegengewirkt werden, wenn in der Gesellschaft insgesamt ein Einstellungswandel stattfindet: Weg von der Ellbogenmentalität, dem Faust-recht des Stärkeren, dem Fetisch Leistungssteigerung, hin zu einer Bürger- und Zivilgesellschaft und einer sozialen Demokratie, in der Rücksichtnahme der Schadstoffverursacher vor Duldsamkeit (Toleranz) der Leidtragenden geht (Bußgelder haben bislang fast jeden Überzeugt). Meinen Sie nicht auch, daß jeder in die Schranken verwiesen werden muß, der andere Menschen gefährdet, bedroht oder terrorisiert. Egal ob dieser zum braunen Sumpf oder zu einer anderen Randgesellschaft gehört. Hochatmungsvoll
STERN Online
Autor: Skynet (---.the-cloak.com) Datum: 27.10.00 18:56
"Gewerkschaft der Polizei" 25.08.2000 exp Berlin/Düsseldorf - Fünf Punkte im Kampf gegen die Gewalt - | |