Mitmachen – Mitdenken – Mitgestalten – Mitverändern ...

Mitrauchen? Nein Danke! – Kein Rauch soll uns mehr trennen!

 

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Anregung für Mitgl. einer Kirchengemeinde

An das Pfarrgemeinderat der
Katholische Kirchengemeinde
Maria Hilf und an das neu
Gewählte Verwaltungsrat

Betr.: Gemeinsam Kirche sein. ("Mitdenken, Mitentscheiden, Mitgestalten")

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gemeindemitglieder,

haben Sie vielen Dank für das Gemeindebrief I/2004 in dem unter anderem
zum Kappenabend "Hollywood in Maria Hilf" eingeladen wird.

Erfahrungsgemäß sind aber Kappenabenden derart verqualmt, dass jeder Umwelt- und gesundheitsbewusste Christ der Frankfurter Außenluft im Vergleich Kurortqualität beimessen würde. Rauchen gilt als das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Jährlich sterben in Deutschland über 140.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, mehr also als durch Aids, Alkohol, illegale Drogen, Unfälle, Morde und Selbstmorde zusammengenommen. 40% aller rauchenden Mensche wollen angeblich mit der Qualmerei aufhören, die meisten schaffen es jedoch nicht, weil die "dekorativen" Aschenbechern auf den Tischen ständig zum qualmen animieren würden. So Herr Hüllingshorst von der deutschen Hauptstelle gegen die Suchtfragen, in der TV-Sendung "Stadtgespräch" am 29.01.04, live aus dem Südbahnhof in Frankfurt-Sachsenhausen.

Diese private Gelüsten bedeuten jedoch für viele Menschen, insbesondere aber für Kinder, Allergiker, Asthmatiker, Herz- und Kreislaufkranke übelkeit, Kopfschmerzen, Augenbrennen, Halskratzen und sie können in diesem Gestank nicht mehr richtig atmen. Durch das Zwangsmitrauchen (Passivrauchen) gehen nämlich in Deutschland, laut Robert-Koch-Institut Jahr für Jahr über 5000 Menschen vorzeitig zugrunde. Mehr als 400 von ihnen (Passivraucher) sterben qualvoll an Lungenkrebs.

Gerne denke ich daher an die gemütlichen Beisammensein in der Martin-Luther-Gemeinde; Blumenduft statt Tabakluft erfüllte dort den Saal. Wenn es um Gesundheit geht, sollte besonders in einer christlichen Gemeinde die schadstoffverursachenden Dioxin- und Kohlenmonoxidliebhaber (Raucher) Rücksicht üben und nicht die Leidtragenden Duldsamkeit.
In Artikel 2 Abs. 1 und 2 des Grundgesetzes heißt es doch: "Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt..." und: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit..."

Diese ethischen Forderungen werden bekanntlich zu wenig beachtet, Vernunft und Rücksichtnahme sind viel zu oft ohne Verbote nicht durchsetzbar. Wir wissen, dass unsere Mitmenschen zeitweise das Rauchen einstellen können, doch niemand kann das Atmen unterlassen. Gemeindeeinrichtungen dürfen daher nicht Ersatz einer Kneipe werden. Mit Freude denke ich daher zurück, als Bischof Dr. Franz Kamphaus aus Limburg von der Kanzel predigte, dass Rauchen als eine arge Unhöflichkeit, als eine aufdringliche Ungeselligkeit einzustufen sei.
Im Gemeindebriefen wird schließlich oft hervorgehoben, dass die Gemeinde ihre Aufgabe nur dann erfüllen kann, wenn alle ihre Verantwortung für das Ganze sehen und wahrnehmen.
Doch wie können alle Gemeinde-mitglieder mitdenken, mitentscheiden und mitgestalten, wenn sie aus Furcht vor dem Luftschadstoffgemisch Tabakrauch lediglich in die Kirche gehen und dem übrigen Gemeindeleben fernbleiben?

Nach alledem fällt einem bei Anblick "rauchender Christen" usw. der Ausspruch Georg Lichtenbergs (1742 bis 1799) ein: "Ist es nicht sonderbar, dass die Menschen so gerne für die Religion fechten und so ungern nach ihren Vorschriften leben?" Bitte teilen Sie mir daher mit, ob auch Asthmatiker, Allergiker, Herz und Kreislaufkranke an gesellige Veranstaltungen der Maria Hilf Gemeinde teilnehmen können

Mit freundlichen Grüßen
Stefano Marinello

Blumenduft statt Tabakluft !
Aschenbecher und Nachttöpfe gehören nicht
auf den Tischen einer fortschrittlichen Gemeine.