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Mitrauchen? Nein Danke! – Kein Rauch soll uns mehr trennen!

 

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Antwort auf einem "unchristlichen" Zettel

Ruth L----------
B---weg 21
60316 Frankfurt am Main

Ffm. 04.12.1995

Betr.: Gemeinsam Kirche sein

Sehr geehrte Frau L------,

am 4.11.95 mußte ich mich im Pfarrsaal "ungebührlich" Verhalten weil einige Gemeindemitglieder sich über die elementarsten Bedürfhissen anderer hinweggesetzt hatten. Damit in unserer Gemeinde auch endlich etwas läuft, habe ich den Vorfall natürlich allen Pfarrgemeinderatskandidaten der Gemeinde mitgeteilt, schließlich sind wir nicht nur für das Verantwortlich, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun. Doch obwohl Sie unter der Berufsbezeichnung "Lehrerin" für den Pfarrgemeinderat kandidiert haben, teilten Sie mir am 24.11.1995 auf einem Zettel mit. Sie wünschten von mir nicht mehr belästigt zu werden.

Diesen Gefallen kann ich Ihnen leider nicht tun. Es ist schon erstaunlich, daß ein "Offener Brief" für eine Lehrerin eine Belästigung sein soll, der Gefahrenstoff Tabakrauch dagegen nicht. Befürworten Sie etwa das Zwangsmitrauchen oder sind Sie selbst nikotinabhängig? Wie auch immer, ich hoffe auf Ihre Unterstützung, denn als gläubige Katholikin müßten Sie sich eigentlich dafür einsetzen, daß Menschen auf der Suche in unserer Gemeinde erleben können, was Glaube ist, und nicht etwa, was der "Duft der großen weiten Welt" uns vorgaukelt. Die Menschen sollen sich in unserer Gemeinde wie zuhause fühlen können und nicht aus Furcht vor dem Luftschadstoffgemisch Tabakrauch fernbleiben. Nur ohne Tabakrauch können wir gemeinsam Kirche sein. Nicht nur über Luftbelastungen meckern. wir müssen dagegen auch etwas tun! Packen wir7 s an! Ich bitte um Stellungnahme.

Mit freundlichen Grüßen
Stefano Marinello

Nachttöpfe und Aschenbecher gehören nicht auf die Tische!
Im Pfarrgemeindesaal muß in Zukunft der Leitspruch lauten:
Essen und Trinken, ohne nach Tabakrauch zu stinken.

Ablichtung an: Bischof Dr. Franz Kamphaus