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Kommentar zur Predigt von Pater Gregor Böckerman
Die Arbeiterbewegung hat die Erfahrung auf den Punkt gebracht, dass nur durch Zusammenstehen berechtigte soziale Forderungen durchzusetzen sind.“
(Bischof Franz Kamphaus, Nov. 1996 im Frankfurter Dompfarrsaal)
Das sollten manche Gemeindemitgliedern, aber auch Gewerkschaftsfunktionäre vor Augen haben, anstatt sich an Kostensenkungskonzepte der Kapitaleigner zu beteiligen, oder sich gar von lukrativen Aufsichtsratsposten leiten zu lassen.
Zur Zeit fordern aber ausgerechnet jene „Solidarität“, die darunter verstehen, Arbeitsplätze zu streichen und Gehälter bis 30 % abzubauen. General Motors will europaweit 12.000 Arbeitsplätze vernichten, Davon allein in Rüsselsheim 4.500, VW fordert Lohnverzicht und die Regierung will mit Hartz IV Arbeitslose zwingen weit unter Tarif zu arbeiten, schlechtere Arbeitsbedingungen anzunehmen, länger zu arbeiten bei gleichem Lohn usw. Mit dieser Art von „Solidarität“ werden Profite der Konzerne erhöht und gleichzeitig die Arbeitslosigkeit gesteigert.
Es ist sehr zu begrüßen, dass auch Pfarrer gegen diese ganze Richtung der Politik aufbegehren. Ihre Verbundenheit mit dem Protest der Bevölkerung ist größer als mit den Spitzen in Politik, Wirtschaft und Kirchenhierarchie. Pater Gregor Böckermann hielt in der St. Josef Kirche (Höchst) eine deutliche Predigt:
Wenn solche klaren Worte von der Kanzel tönen, wird es höchste Zeit für die staatstreue Kirchenführung einzuschreiten. Nicht im selbstständigen Denken und Handeln sollen die Schäflein des Herrn ihr Glück suchen. Oder gar das Schicksal in ihre eigenen Hände nehmen. Die Beschwerde eines Gemeindemitglieds – auch heute findet sich ein Judas - ob dieser Stellungnahme für Protest und Widerstand, war für die Kirchenführung Anlass, von der Solidarität mit der Arbeiter- und Volksbewegung Abstand zu nehmen. Bischoff Kamphaus verzichtete auf die gelobte „Solidarität“ mit Pater Böckermann, wusch seine Hände in Unschuld und reichte die Beschwerde an die Vorgesetzten Böckermanns in Köln weiter. Diese zitierten Pater Böckermann nach Köln, um ihm ins Gewissen zu reden, er solle von diesen Predigten Abstand nehmen. Soll so die Solidarität mit der Volksbewegung an der Kirchenbasis verhindert werden?